Der Zauberer Beelzebub Irrwitzer hat ein Problem: Trotz aller Mühen ist sein jährliches Soll an bösen Taten noch nicht erfüllt. Nun ist der letzte Tag des Jahres, Silvester, angebrochen, und wenn er nicht bis Mitternacht noch mehrere Naturkatastrophen ausbrechen lässt sowie unzählige Arten ausgerottet hat, geht es ihm an den Kragen. Der höllische Gerichtsvollzieher droht mit Pfändung. Da naht Rettung in Gestalt seiner Tante, der Geldhexe Tyrannja Wamperl. Sie hat ein Geheimrezept für einen magischen Punsch dabei, der die Erfüllung all ihrer (bösen) Wünsche verspricht. Mit seiner Hilfe wollen Beelzebub und Tyrannja in wenigen Stunden die Welt zugrunde richten und sich selbst mit allen erdenklichen Reichtümern belohnen. Nur die Haustiere der beiden, Rabe Jakob und Kater Maurizio, können die Erde noch retten. Sie wurden vom Rat der Tiere als Spione eingeschleust, um Beelzebub Irrwitzer und Tyrannja Wamperl an ihren Untaten zu hindern. Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Wer wird ihn gewinnen, die beiden tierischen Spione oder die böse Tante und ihr Neffe?
(…) das Weihnachtsmärchen ‚Der satanarchäolügenialkohöllischer Wunschpunsch‘ (…) [feierte] in rasanter Inszenierung von Joachim von Burchard Premiere im Lüneburger Theater. Den vielen jungen Zuschauern wird schnell klar, wie aktuell das Stück ist (…) das Weihnachtsmärchen [ist] ein großer Spaß auf prächtiger Kulisse (Bühnenbild: Barbara Bloch, Kostümbild: Julia Debus). Vor allem, weil die Charaktere herrlich schrullig und eigen sind. Wie etwa Irrwitzer (Jan-Philip Walter Heinzel), der längst nicht so genial ist, wie er denkt, und zudem unter der Knute seiner schillernden Tante, der Geldhexe Tyrannja Vamperl, steht. Martin Skoda gibt der aufgetakelten Tyrannja eine urkomische Seite. (…) Auch die anfänglichen Dauerquerelen zwischen Rabe (Niklas Schmidt) und Kater (Berna Celebi) werden mit viel Wortwitz auf die Bühne gebracht (…) Frank Hangen schlüpft gleich in zwei Rollen, spielt die karriereversessene Made und den Heiligen Sylvester mit charmantem Sprachfehler, der den beiden tierischen Helden hilft, der unheilvollen Geschichte eine positive Wendung zu geben. Gerade für die Kinder sind die Effekte – vom explodierenden Fass bis zum Feuerwerk zu Silvester – eindrucksvoll.
Landeszeitung 27.11.2021